Kaal - Das Geheimnis des Dschungels (2005)
Kaal - Das Geheimnis des Dschungels (2005) (Kaal)
Kinostart: unbekannt
DVD-Start: 13.09.2006
FSK-Freigabe:  ab 16
Länge: 121 Minuten
Studio: Rapid Eye Movies
Regie: Soham Shah
Drehbuch: Soham Shah
Darsteller: Ajay Devgan, Vivek Oberoi, John Abraham
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Inhalt
„Eine blutige Mordserie macht den Orbit Nationalpark unsicher. Krish und seine Frau Riya werden beauftragt, der Sache nachzugehen. Der Experte für Raubkatzen hält menschenfressende Tiger für die Ursache des Blutbades. Bei ihren Nachforschungen stoßen die beiden auf eine Gruppe von Freunden, die sich auf ihrem Wochenendtrip zu einer Waldhütte im unwegsamen Dschungel des Parks verirrt haben. Als die Nacht hereinbricht und ein plötzlicher Platzregen die Fluchtwege versperrt, wird der Urlaub zum Albtraum. In ihrer Panik kommt ihnen der mysteriöse Kaali zur Hilfe, der mehr über die Tiger weiß, als er preisgibt. Doch als die Angriffe einen nach dem anderen aus ihrer Mitte reißen, kommt den Überlebenden ein schrecklicher verdacht – ist die blutrünstige Bestie wirklich ein Tiger ...“

Kritik

Mit Bollywoodfilmen ist das so eine Sache: Entweder man findet sie toll oder man verabscheut sie – ein Dazwischen scheint es nicht zu geben. Die auf Zelluloid gebannten Musicals erzählen von Liebe, Intrigen und Romantik und platzen nur so von Kitsch und Farbenpracht. Hört man dann, dass nun aus Indien ein Tierhorrorfilm kommt, in dem es um menschenfressende Tiger geht, die sich über ahnungslose Touristen hermachen, assoziiert man als letztes das bonbonbunte Flair eines Bollywoodmusicals. Falsch gedacht! Kaal beginnt tatsächlich mit einer Musical-Tanz-Einlage als Titelmelodie.

Nett Choreographierte Tänze und kitschige Kostümchen sollen auf einen Film mit einer „blutrünstigen Bestie“ einstimmen. Des weiteren ist ein Großteil des Streifen mit einer Mischung aus Dance-Musik und typisch, indischer Folklore unterlegt, was wohl (leider) kaum eine Horrorfeeling aufkommen lässt. Optisch ist „Kaal“ sehr anspruchsvoll gestaltet. Die Kamera wechselt unaufhörlich die Perspektive, ständig gibt es verwirrende Schnitte und nervende Slowmotion-Szenen. Was aber am meisten auftaucht und leider auch arg die Spannung der einzelnen Thrillszenen stört, sind ständige Farbwechsel. Die Sicht der Bestie ist verzerrt und grün, Flashbacks meistens grau-blau bis monochrom gehalten. Nachtszenen oft durch Farbmischungen geprägt. Hier scheint man sich Inspirationen von dem französischem „Deep in the Woods“ geholt zu haben, der ebenfalls eher mager ausfiel. Dennoch gibt es zwei Dinge die optisch durchaus gelungen sind: Das sind zum einen die fabelhaften Tieraufnahmen, denn es gibt nicht nur die Tiger im Film – deren Auftreten ist besonders impulsiv gelungen – sondern auch Eulen, Schlangen und Spinnen kreuzen den Weg der Protagonisten. Das andere sind die zwei Damen, die den Film hin und wieder zu einem optischen Leckerbissen werden lassen. Goreszenen gibt es in „Kaal“ so gut wie keine: Da knabbern einige Geier an einer Leiche, ein Darsteller wird von einer Autotür enthauptet (wird allerdings nur angedeutet) und eine stark zerkratzte Leiche ist kurz zu sehen. Die Altersfreigabe ab 12 Jahren ist dadurch berechtigt. Denkt man in diesem Falle an „Der Geist und die Dunkelheit“, von dem hier auch stark geklaut wird und der ebenfalls ab 12 Jahren freigegeben war, da empfindet man Kaal als eine überlange BBC-Doku mit hübschen Damen.

In dem spannenden Mysteriethriller mit Val Kilmer und Michael Douglas gab es durchaus blutige Szenen, bei denen man sich doch sehr über diese Freigabe wunderte. Aber es nicht nur dieser Film, von dem hier abgekupfert wird, es sind sogar fast 1:1 übernommene Szenen aus Final Destination, die man geboten bekommt. Auch „Ring“ und „Wrong Turn“ werden fleißig zitiert. Die Charaktere in „Kaal“ sind, wie in fast jedem Film dieses Genres, stereotype Figuren, die nach dem alten 10-kleine-Schweinchen-Prinzip das zeitliche segnen, was aber leider oft sehr unspektakulär ausfällt.

Oft werden tolle Szenen durch sinnlose Drehbuchschwächen verschenkt und durch nicht nachvollziehbare Aktionen ersetzt. Am meisten verwirrte allerdings eine „Intermission“-Einblendung mitten im Film, die keinerlei Hand und Fuß hatte. „Kaal“ ist leider kein wirklich guter Beitrag Indiens zum Horrorgenre. Man merkt, dass dieses Völkchen keine großen Erfahrung in diesen Gefilden gemacht hat, was sicherlich mit ihrer Religion und der kompletten Lebenseinstellung zu tun hat. Es gibt doch noch Menschen auf diesem unseren Erdball, die nicht so abgestumpft und sensationslüstern sind, wie wir Europäer oder unsere Kollegen auf der anderen Seite des großen Teiches. Alles in allem ist „Kaal“ nur etwas für Filmfans, die auf merkwürdige Farbkombinationen und schöne Tieraufnahmen stehen oder einfach mal etwas neues ausprobieren wollen. Allen andern sei von diesem Film abgeraten, denn die Lauflänge von 121 Minuten schlaucht doch bei diesen flau inszenierten Streifen ziemlich.

User - Kurzkritik/Kommentar


Kommentar Nr. 2 - Geschrieben von Markus am 17.06.2007 14:02 Uhr 30 %
Neben meiner Leidenschaft für Horrorfilme habe ich auch eine Leidenschaft für Bollywoodfilme! Leider kann ich diesem Film aber auch nichts abgewinnen! Er ist einfach nur Langweilig! Das beste an dem Film sind die Songs, den Rest kann man vergessen! Ach und wegen der "Intermission"-Einblendung: Da Bollywoodfilme meist eine sehr lange Laufzeit haben wird für die Kinogänger eine kleine Pause eingelegt! Meistens an einer Stelle wo der Spannungsbogen gerade am höchsten ist! Das ist in jedem Bollywoodfilm so!

Kommentar Nr. 1 - Geschrieben von Mc hoffiman am 22.01.2007 18:30 Uhr 10 %
Was solll das den ........wenn man schon versucht gute Tierhorrorstreifen zu klauen dann aber auch richtig nicht so langweiligen scheiiisss naja ich sag da nichts mehr zu als grotig!!!!!

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