History Of Violence, A (2005)
History Of Violence, A (2005) (History Of Violence, A)
Kinostart: 13.10.2005
DVD-Start: 24.03.2006
FSK-Freigabe:  ab 18
Länge: 95 Minuten
Studio: Warner
Regie: David Cronenberg
Drehbuch: John Wagner, Vince Locke, Josh Olson
Darsteller: Viggo Mortensen, Maria Bello, Ed Harris
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90%
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Inhalt
Auf den ersten Blick ist Tom Stall (Viggo Mortensen) ein ganz normaler amerikanischer Durchschnittsbürger: Restaurantbesitzer mit Frau, zwei netten Kindern und Einfamilienhaus draußen in der Provinz. Als aber eines Tages finstere Ganoven in seinen Gastronomiebetrieb dringen und Tom die Schädlinge überraschend professionell abschlachtet, ist es sowohl mit der Ruhe als auch mit einer gewissen Sicherheit vorbei. Die Medien fallen über das Idyll her, und die Familie fragt sich: Hat uns Papa etwa was verschwiegen?

Kritik

Wenn sich der gemeine Thrillerfan damit konfrontiert sieht, sich eine "Ballade" anzusehen, so zieht dies meist ein Augenrollen mit begleitendem "Och nööööö!" nach sich. Doch nicht in diesem Fall! Wenn sich nämlich der Master Of Horror, David Cronenberg, höchstpersönlich an ein Graphic Novel macht, welches da A History Of Violence heißt, werden des Fans' Augen groß und die Kinnlade klappt nach unten. Anders als Filme, die sich mit dem Thema Gewalt an sich auseinandersetzen, verliert sich der Zuseher während dem Genuss dieses Filmes in ihrer Notwendigkeit, um nicht fast zu sagen Alltäglichkeit von Gewalt.

Tom Stall (Viggo "Aragorn" Mortensen) besitzt ein kleines Dinner mitten in einer amerikanischen Idylle, in der der Hund begraben liegt. Als Familienvater kümmert er sich liebevoll um seine Frau (Maria Bello), seinen Sohn Jack (Ashton Holmes) und seine kleine Tochter. Doch eines Tages wird die heile Welt von Grund auf erschüttert - zwei skrupellose Gangster überfallen Toms Lokal und wollen eine Kellnerin kaltblütig ermorden. Plötzlich geschieht etwas Unerwartetes: Tom überwältigt die beiden Ganoven und bringt sie auf brutale Art und Weise um. Logisch das er kurz darauf zum "Local Hero" wird und das ganze Land über ihn spricht. Sein Dinner kann sich vor Besuchern kaum mehr retten - doch leider finden sich wieder ungebetene Gäste ein. Unterwelt-Boss Carl Fogarty (genial: Ed Harris) nennt Tom nämlich die ganze Zeit "Joey" und behauptet steif und fest ihn zu kennen. Handelt es sich hierbei um eine Verwechslung oder hat Tom eine Vergangenheit, über die niemand Bescheid weiß? Natürlich handelt es sich um Letzteres...

Ich traue mich A History Of Violence mit einer Mozart'schen Symphonie zu vergleichen, welche von einem 200-Mann Orchester im Wiener Opernhaus gespielt wird. Spätestens als Tom nämlich die Gangster im Restaurant überwältigt, hat Cronenberg den Zuschauer genau da wo er ihn haben will: nämlich im Film, nicht als Beobachter, sondern als Komplizen. Und genau wie die Klänge der Symphonie umgibt uns die Atmosphäre des Films während seiner kompletten Laufzeit. Sei es die extrem ruhige Anfangssequenz, die turbulenten "crescendo" während den geschickt platzierten und richtig dosierten Gewaltausbrüchen oder die völlige Stille die uns in der letzten Filmminuten umhüllt. Der Regisseur versucht nicht, im Gegensatz zu Michael Haneke mit Funny Games, uns eine Moral mit der Faust aufs Auge zu drücken und mit ausgestrecktem Zeigefinger auf uns zu zeigen und zu sagen "sieh dich an, du findest Spass an medialer Gewalt". Im Gegenteil, es wird dargestellt wie allgegenwärtig Gewalt ist und wie einfach es ist, dass sie Einzug ins alltägliche Leben findet. Dabei konfrontiert uns Cronenberg mit einigen herrlichen Widersprüchen: ob nun der Familienvater Gangster kalt macht und gleichzeitig seinem Sohn, nach einer Schulprügelei, beibringt, dass Gewalt keine Lösung ist, lässt auf den Schluss kommen das Subjektivität auch in Sachen Gewaltausübung eine übergeordnete Rolle spielt.

An der Inszenierung gibt es nichts zu meckern: zwar basiert der Film auf einem Graphic Novel, besitzt aber keinerlei Comic-typische Spuren. Zurückhaltend, ja fast schon devot schleicht er sich in die Köpfe der Zuseher ein und regt zum nachdenken an. Die schauspielerischen Leistungen sind im Großen und Ganzen überdurchschnittlich: Viggo Mortensen hat sich nun endgültig vom ewigen Aragorn wegentwickelt, Maria Bello liefert eine wesentlich bessere Mutter ab als im eher mäßigen The Dark und Ashton Holmes beweist, dass er großes Potential und somit eine große Zukunft vor sich hat. Genial ist übrigens die Besetzung von Ed Harris, einen idealeren Darsteller hätte man für die Rolle des Carl Fogarty wohl nicht finden können.

Effektmäßig gibt A History Of Violence so einiges her: zwar halten sich die Gewaltausbrüche an sich in Grenzen, sind jedoch derbe realistisch dargestellt. So ist es dann wohl, wenn jemanden am Boden liegendem mit voller Wucht die Kehle eingetreten wird. Bei soviel Gewalt darf natürlich der Sex nicht fehlen, denn wie jeder von uns seit eh und je weiß gehören diese beiden Elemente zusammen wie Pfeffer und Salz. Doch da lasst ihr euch am besten selbst überraschen. Denn einen Blick ist dieser Film auf jeden Fall wert! Eine kompromisslose und berührende Gewaltballade, die einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf gehen wird.

>> geschrieben von Dominic Stetschnig

User - Kurzkritik/Kommentar


Kommentar Nr. 6 - Geschrieben von Tom SAWyer am 15.06.2009 21:43 Uhr 60 %
Mortensen und Harris spielen mit; Diese Tatsache wertet den Film enorm auf. Ansonsten ist er eher schleppend und nichts wirklich besonderes...

Kommentar Nr. 5 - Geschrieben von Steffen 76 am 27.10.2007 14:16 Uhr 70 %
Guter Film, es ist ein Cronenberg wie man sie mag oder nicht mag! Ich war von dem Ergebnis positiv angetan. Freu mich schon auf sein nächstes Werk Eastern Promise

Kommentar Nr. 4 - Geschrieben von bibergeil am 15.02.2007 20:43 Uhr 30 %
puhh, war der film langweilig. hatte mir mehr actionscenen versprochen. aber selbst die wenigen die der film besitzt sin so stark überzogen, dass man denkt es wären teile aus zwei verschiedenen filmen. also entweder man dreht einen film mit story oder man haut solche scenen raus. das dann aber auch am laufenden band, oder man bekommt es hin beides zu verweben. fazit: das hat der film nich geschafft

Kommentar Nr. 3 - Geschrieben von netzhaut am 19.11.2006 02:06 Uhr 70 %
der film ist wie die hauptfigur tom stall ein wolf im schafspelz. unscheinbar und die erste zeit nimmt man ihm das kostüm eines eher langweilig perfekten lebens einer familie und dem leben in einer kleinstadt wo jeder jeden kennt ab. doch mit dem wandel der hauptfigur wandelt sich auch der film. dies geschieht aber leider so spät dass der film mich nicht wirklich überzeugt.

Kommentar Nr. 2 - Geschrieben von Dr_Gonzo_ am 31.07.2006 15:47 Uhr 70 %
film fesselt nicht, dafür wird aber eine interessante story erzählt. klassische unterhaltungskino.

Kommentar Nr. 1 - Geschrieben von Koop am 04.06.2006 12:49 Uhr 50 %
hatte mir viel mehr erhofft, für mich leider nur 0815 mit paar netten "Kampfszenen"

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