Severance (2006)
Severance (2006) (Severance)
Kinostart: 30.11.2006
DVD-Start: 27.04.2007
FSK-Freigabe:  ab 18
Länge: 95 Minuten
Studio: Dan Films/ Splendid Films
Regie: Christopher Smith
Drehbuch: James Moran, Christopher Smith
Darsteller: Danny Dyer, Laura Harris, Tim McInnerny
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86%
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Inhalt
Smith lässt in Severance die Waffenhändler tanzen. Die "lustigen" Menschen werden nach Osteuropa geschickt, wo eine Bande verrückter Ex-Soldaten bereits auf sie wartet. Das Blutbad kann beginnen...

Kritik

Das Reisen nach Osteuropa oft tödlich enden können, weiß der Genrefan schon seit dem polarisierenden Hostel von Eli Roth. Christopher Smith schickt im Falle von Severance gleich eine ganze Verkaufsabteilung des britischen Rüstungskonzerns Palisade Defence, zwecks Stärkung des Teamgeists, in den Ostblock. Doch schon bei der Anreise tun sich der Gruppe Probleme von unerhofften Ausmaßen auf. So entwickelt sich die gebuchte Lodge, entgegen der Beschreibung, als alles andere als luxuriös, dafür aber als Bruchbude, die einsam und verlassen im Wald steht, und dann huschen des Nachts in dem menschleeren Wald auch noch finstere Schatten umher. Eine Gruppe bewaffneter Soldaten hat sich ausgerechnet die Verkaufsabteilung als Opfer gewählt – die Schreibtischtäter sind nun dazu gezwungen ihre Haut zu retten.

Willkommen in der Welt von Severance, in der eine Gruppe von leitenden Angestellten auf eine bis zu den Zähnen bewaffnete Armee stößt. Severance ist eine tiefschwarze Horrorkomödie, die sich einem bunten Gemisch diverser Horrorversatzstücke bedient und diese ohne Rücksicht auf Verluste in das Filmgeschehen integriert ohne sich dabei allzu ernst zu nehmen oder diese der Lächerlichkeit preiszugeben. Im Gegenteil, den Genrefan erwartet ein wilder Mix aus Slasher- wie auch Backwoodhorror, gewürzt mit einer ordentlichen Portion britischem Humor, so dass die gezeigten grafischen Exzesse zu einer reinen Augenweide avancieren.

So findet sich eine Vielzahl skurriler Charaktere in der siebenköpfigen Gruppe, die unterschiedlicher nicht sein können und dennoch harmonieren. Da wäre Richard, seines Zeichens Leiter der Verkaufsabteilung, der vor Inkompetenz nur so strotzt und seine Gruppe nur schwer unter Kontrolle zu bekommen scheint. Steve hat sich hingegen mit dem Zwangsurlaub abgefunden und sich für das anstehende Wochenende mit zahlreichen bewusstseinserweiternden Drogen eingedeckt. Oder Maggie, die im Verlauf des Films eine wahre Transformation durchmacht. Das Charakterdesign des Films ist wirklich grandios – auch wenn es sich hierbei um zahlreiche bekannte Stereotypen handelt, so findet sich für jeden etwas. Man könnte fast schon sagen, dass die Charaktere trotz der gewollten Überzogenheit, viel realer wirken, als so mancher ernst angelegter Charakter in anderen Produktionen.

Das Storygerüst an sich ist hinlänglich aus anderen Genrebeiträgen bekannt: Eine Gruppe liebenswerter Charaktere trifft in einer menschenleeren Einöde auf debile Hinterwäldler, die ihr ans Leder wollen. Eine finale Konfrontation scheint unausweichlich. Anders als in ähnlich gelagerten Werken wie Wes Cravens Hügel der Blutigen Augen (The Hills Have Eyes, 1977) oder John Boormans Beim Sterben ist jeder der Erste (Deliverance, 1972) handelt es sich bei Severance um keinen herkömmlichen Terrorfilm, sondern vielmehr um einen Terrorfilm mit Comedy. Auch wenn die Fronten das eine oder andere Mal überschritten werden, dann wenn der Comedyaspekt in den Hintergrund tritt, will Smiths Film vor allem eins und das ist „unterhalten“.

Smith versteht es gekonnt, sein Publikum in seinen Bann zu ziehen - ohne Rücksicht auf Verluste. Denn der eine oder andere sympathische Angestellte verliert auf jede nur erdenkliche Art sein Leben. So gesellen sich neben harten Folterszenen auch slapstickartige Goreeffekte, wie man sie in diesem Stil nur aus Filmen wie Peter Jacksons Braindead (Braindead, 1992) oder Schrei Lauter (Decampitated, 1998) aus der Tromaschmiede kennt. Hier wird deutlich, wie schmerzlich beispielsweise eine Bärenfalle sein kann und Tretminen immer noch zu den abartigsten Erfindungen der Spezies Mensch zählen. Oder das ein Jagdmesser nichts im Geniatalbereich zu suchen hat. Egal ob Automatikgewehr, Jagdmesser oder gar Raketenwerfer - hier findet sich für jeden die sogenannte „Weapon Of Choice“. Eindrucksvolle Special Effects werden gekonnt mit bissigem Zynismus abgerundet. Für die Gorehounds sollte allerdings erwähnt werden, dass es sich bei Severance um keinen direkten Fun-Splatter im Stile eines Braindead handelt, dafür sind es einfach zu wenige Szenen. Severance ist keine Blutorgie, wie oftmals angekündigt, dennoch ist der Splatteranteil recht hoch.

Vor allem wie Smith, der sich auch für das Co-Drehbuch verantwortlich zeigt, die einzelnen Subgenres miteinander in harmonischen Zusammenhang bringt und sich frei miteinander transformieren lässt, ist eine Sichtung wert. Was nach anfänglicher Komödie zu einem Slasher im Stile von Freitag der 13. (Friday The 13th, 1980) anmutet, verwandelt sich schon bald in einen Terrorfilm um letztendlich in einem Revengefilm zu enden.

Die erste Filmhälfte dient dabei dem Character-Development, lässt dabei aber dennoch keinerlei Längen aufkommen. Anders als in vielen amerikanischen Genrefilmen wie dem rezitierenden Scream (Scream, 1996) sind es hier keine Teens, die auf der Speisekarte des Killers stehen, sondern Erwachsene Bürokräfte, die teilweise so realistisch gezeichnet sind, dass sich der eine oder andere in diesen wiederfinden wird.

Severance weist starke Parallelen zum Überraschungshit Shaun Of The Dead (Shaun Of The Dead, 2004) auf. Abgesehen vom Comedyaspekt in dem vor allem das Zombiegenre auf komödiantische Weise rezitiert wurde war Shaun schließlich, wie auch die Charaktere in Severance ein „Jedermann”, der sich plötzlich einer komplett veränderten Umgebung anpassen musste um letztendlich zu überleben. Severance steht dabei mehr in der Tradition des Terrorfilms, der hier eine würdige Reminiszenz erfährt.

Mit seinem zweiten abendfüllenden Spielfilm nach Creep (Creep, 2004) versteht es Smith wie kein zweiter sein Publikum vor allem zu unterhalten. Severance will das Genre nicht neu erfinden, aber eine würdige Bereicherung ist er allemal. Wer sich also für gelungene Horrorkost im Comedygewand begeistern kann, dem sei Severance ans Herz zu legen. Zwar handelt es sich hierbei nicht um einen reinen Splatterfilm, wie überall angekündigt, aber die makabren Einfälle und die zahlreichen Gags machen das fehlende Blut wieder wett. Ein klarer Geheimtipp – ein Film der das Zeug dazu hat, einen ähnlichen Status zu erwerben, wie es schon im Jahre 2004 Shaun Of The Dead gelang!

>> verfasst von Daniel Wangler


User - Kurzkritik/Kommentar


Kommentar Nr. 18 - Geschrieben von Octapolis am 04.06.2009 13:39 Uhr 80 %
Gähn! Die Osteuropa-Masche funktioniert wohl nur bei Leuten, die vor der Wende westlich des Eisernen Vorhangs lebten, bzw. die damalige Angst vor Kommunisten, Zigeunern und Vampiren vererbt bekamen. Aber, nichts für ungut, der Film ist dennoch gelungen. Humorige Momente treffen auf Terror-/Splatter-/Backwood-Versatzstücke. Dazu ein ordentliches Tempo und die stets präsente Frage: »Was soll das?« ergeben einen Film, der sicherlich nicht formvollendet ist, aber bestens unterhält.

Kommentar Nr. 17 - Geschrieben von MarkMcGrath1 am 15.04.2008 19:27 Uhr 60 %
Ich bin mit großen Erwartungen in den Film gegangen - leider sind die ein wenig enttäuscht worden. Nicht, dass der Film schlecht ist - ich hab sogar ein paar Mal gelacht - aber irgendwie richtig coole Atmosphäre oder krasse Kill-Szenarien gab es leider nicht...

Kommentar Nr. 16 - Geschrieben von Ahiru am 13.10.2007 09:59 Uhr 100 %
Hab mich selten so amüsiert~ :D

Kommentar Nr. 15 - Geschrieben von BAKER am 01.08.2007 12:05 Uhr 80 %
Hammerfilm: Spannend und in vielerlei Hinsicht einfach nur zum schreien!!!

Kommentar Nr. 14 - Geschrieben von Damon Fry am 04.06.2007 20:39 Uhr 70 %
Ich glaube ich habe seit Shaun Of The Dead nicht mehr so über einen Horrorfilm gelacht. Mein ganz persönlicher Party-Tipp!

Kommentar Nr. 13 - Geschrieben von Charly 200 am 24.05.2007 20:23 Uhr 40 %
Also das Rad hat dieser Film nicht neu erfunden. Bei den guten Bewertungen und der Begeisterung könnte man meinen dies sei der erste Film der Horror mit Humor verbindet. Dies gab es jedoch schon vor fast 20 Jahren und sogar besser z.B. Tanz der Teufel Teil 2. Inzwischen gehört ein bißchen Komik auch zu den härtesten Streifen mit dazu. Dass dieser Film als etwas ganz außergwöhnliches dargestellt wird ist mir nicht verständlich. Ein großer Hype um nichts denn einfach zu wenige gute Ideen hinterlassen ein flaues Gefühl, Langeweile und man fragt sich: WARS DAS JETZT schon ????????????????

Kommentar Nr. 12 - Geschrieben von Freier Filmkritiker am 10.05.2007 09:25 Uhr 60 %
Um den Film wurde ein großer Hype gemacht. Der Film ist krampfhaft bemüht kultig zu sein oder zu werden scheitert aber an viel zu wenig guten Ideen. Spaß mit Horror verbindet "Shaun of the Dead besser" (obwohl es dort auch Längen gibt). Das sich ein Gangster nach dem anderen zum Schluss verprügeln oder abstechen lässt obwohl sie mit Gewehren bewaffnet sind ist weder logisch noch lustig. Einige Szenen geben immer wieder Hoffnung doch ein wirklich cooler gruseliger und lustiger Film ist er trotzdem nicht.

Kommentar Nr. 11 - Geschrieben von hoghwart am 18.04.2007 14:07 Uhr 90 %
Für mich einer der besten Horrorfilme der letzten Jahre (nach the Descent oder High Tension). Kann ich bedenkenlos allen Fans empfehlen. Die Gags wirken niemals aufgesetzt oder platt,sondern sind einfach nur witzig (wenn man den entsprechenden Humor dafür hat) und stehen der Spannung in keiner Weise im Wege.

Kommentar Nr. 10 - Geschrieben von kralle am 13.04.2007 23:10 Uhr 70 %
ja gut lustig, blutig und Darsteller waren o.k. - aber die Story - da ist es ja schon avgardistisch wenn statt der überlichen Teens Erwachsene nach dem 10 kleine Negerleinprinzip eliminiert werden. Ich hab das wohl schon zu oft gesehen. Schade - daß in diesem Kontext zu wenig neues passiert und im Bereich der Story mich das chronologische metzeln langweilt.

Kommentar Nr. 9 - Geschrieben von Dawnclaude am 09.03.2007 20:12 Uhr 100 %
Spitze, dieser Film. Ich bin auch ein großer Shaun of the Dead Fan, aber in diesem Fall hat es Severance sogar geschafft Komödie mit viel Ernst zu verbinden. Er wirkt so gut wie nie, wirklich albern, spannend bleibt er bis zum Schluss. Einige überraschende Wendungen hat er meiner Meinung nach schon, insbesondere was das Ende angeht. :) Lohnt sich...

Kommentar Nr. 8 - Geschrieben von Red Jones am 20.12.2006 18:38 Uhr 70 %
Das Beste am Film sind noch immer die abstrusen Gespräche wie z.B. über das "Bewusstsein nach Kopfverlust", nur um das kurze Zeit später kommentarlos zu präsentieren. An den wirklich zu wenigen Stellen erreicht der Film dann Shaun Of The Dead-Niveau. Aber wie gesagt, für mich war der Film stellenweise zu ernst um als Comedyhorror zu gelten. Im direkten Vergleich zu Shaun zieht der Film sehr den Kürzeren. Und als Horror-Film ist mir die Präsentation der "Bösen" zu knapp, deren Ableben ist stellenweise eintönig wie bei Moorhühnern. Was fehlt dem Film? Ich finde ein paar mehr abstruse Details über die Charaktere oder die Umgebung wären schön gewesen. Vielleicht ein Blick in ihren vorherigen Arbeitsalltag um mehr Kontrast zu sehen. Müssen die Bösen immer dunkle, "gesichtslose" Männer mit Waffen sein? Der Schnitt ist wirklich gelungen, kann nur das flaue Ende nicht retten. Hätte man da nicht noch eine überraschende Wendung einbringen können? Naja, zu spät. Insgesamt: Stellenweise erfrischend lustig, alles andere ist eigentlich in tausend Horrorfilmen schonmal da gewesen. Und der Film bringt einen dazu auf eine Fortsetzung von Shaun zu hoffen.

Kommentar Nr. 7 - Geschrieben von netzhaut am 15.11.2006 11:00 Uhr 80 %
eine 1a horrorfilmkomödie. die story ist zwar eher abgedroschen aber mit unter liegt auch darin der witz. der film hatte einen ziemlich guten chirurg denn die schnitte waren an einigen stellen wirklich äusserst gut gewählt. ich hätte mir gewünscht dass man ein bisschen mehr der ukrainischen typen / busfahrer versteht. daraus hätte man bestimmt noch ein paar lacher holen können aber auch ohne untertitel war der film sehr sehenswert. mir gefiel besonders die atmosphere im kinosaal... in dem einen moment sind alle am lachen im anderen ists wieder unheimlich still und du kannst die spannung in der luft fühlen. einer der besten hybriden seit langem... allerdings würde ich nicht behaupten dass sich der film zu einem geheimtipp entwickelt. ich denke er wird seine fans finden und es werden nicht wenige sein.

Kommentar Nr. 6 - Geschrieben von PanTi am 10.11.2006 02:39 Uhr 60 %
Ja doch, der Film hat was ! Alleine der Anfang kam schon Humorvoll bei bei an, dann noch der gewisse Horror plus Komödie. hehe... ich musste auch schon ein wenig Lachen bei diesem Film. Wie kommt man dazu, eine Horrorkomödie zu drehen, welche auch noch ein rotes 18er Warnschild behält ! Nagut..also 60% müssten reichen... so Fastzinierend war er auch nicht gerade, aber man kann ihn anschauen, ohne es zu bereuen ;)

Kommentar Nr. 5 - Geschrieben von Zephyr am 06.11.2006 08:29 Uhr 100 %
Also ich bin von diesem Film begeistert! Humor und Splatter geben sich hier die Klinke in die Hand! Sobald dieser Film auf DVD erhältlich ist, kauf ich ihn mir. Er kommt im Regal genau zwischen THE HILLS HAVE EYES (2005) und SHAWN OF THE DEAD! Nachdem die ersten 10-15 Minuten des Films überwunden sind, steigert sich der Spaß von Minute zu Minute! Richtig geiler Streifen! Ansehen!

Kommentar Nr. 4 - Geschrieben von jabuka am 02.11.2006 10:38 Uhr 100 %
Von mir kriegt der Film die Bestpunktzahl. Der Film ist einfach supi. Der schwarze Humor ist grandios (wenn man das mag)und die Effekte ebenfalls. Am besten gefiel mir das mit der Bärenfalle und als der eine das Bein im Bus verstaut hat...Guckt ihn Euch unbedingt an!

Kommentar Nr. 3 - Geschrieben von Diveman am 01.11.2006 09:11 Uhr 80 %
Hatte gestern das Glück diesen Film in der Sneakpreview zu sehen. Richtig, richtig gut!!!

Kommentar Nr. 2 - Geschrieben von Keith am 27.09.2006 12:26 Uhr 90 %
Ich hab mir den Film auf einem Londontrip angesehen. Hatte keine Ahnung was mich erwartet oder um was überhaupt geht - hab mich vom Poster überzeugen lassen! Ich wurde in keinster Weise enttäuscht! Der Film ist ein wilder Hybrid aus verschiedenen Genres und das beste war mit Abstand die Szene mit der Bärenfalle! Witzig, aber trotzdem mit viel Gore angereichert! Was noch zu erwähnen wäre ist, dass es sich bei Severance um keinen Horrorfilm im klassichem Sinn handelt! Wenn man so einen Film sehen möchte, dann kann man mit Sicherheit gegen Ende eher enttäuscht werden. Allen anderen möchte ich den Film ans Herz legen, da er echt ein Juwel ist unter den ganzen Schwachsinn der in letzter Zeit die Kinos überflutet ("Das Mädchen aus dem Wasser", "Unbekannter Anrufer"...)

Kommentar Nr. 1 - Geschrieben von Benni aka Seth Brundle am 22.09.2006 13:35 Uhr 50 %
...dein Review macht so dermaßen Lust auf mehr! Ich freu mich total auf den Film und kanns kaum mehr erwarten ihn zu sehen.

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