Midnight Meat Train (2007)
Midnight Meat Train (2007) (Midnight Meat Train)
Kinostart: unbekannt
DVD-Start: unbekannt
FSK-Freigabe:  keine Angabe
Länge: unbekannt
Studio: Lionsgate / Universal Pictures
Regie: Ryuhei Kitamura
Drehbuch: Clive Barker, Jeff Buhler
Darsteller: Bradley Cooper, Vinnie Jones, Leslie Bibb
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45%
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Inhalt
Die auf Basis einer Vorlage von Clive Barker realisierte 15 Millionen Dollar Produktion handelt von den jüngsten Arbeiten des aufstrebenden Fotografen Leon Kaufman, die bei der renommierten Galeristin Susan Hoff Anklang finden. Sie ist es, die den jungen Mann dazu auffordert, seinen Stil in unkonventionellere und düstere Gefilde zu lenken. Auf der Welle des Erfolges heftet sich Leon an den Fersen von Mahogany, einen berüchtigten Killer im unüberblickbaren U-Bahn Netz von New York. Mahogany zieht ihn immer tiefer in einen Albtraum aus Mord und Gewalt.

Kritik

Für Außenstehende ist das New Yorker U-Bahnsystem ein erschreckender Moloch. Natürlich gilt das sowieso für Menschen, denen zum Beispiel die Berliner U-Bahn Furcht einflößt, aber selbst nach Berliner Standards ist die New York Subway ruppig, schmutzig und latent unheimlich. Das liegt sicher auch an den vielen Filmen, in denen die U-Bahn-Schächte (nicht nur die New Yorker) Hort und Heimat unangenehmer Zeitgenossen sind - ein Film wie „Creep“ ist da sogar noch recht harmlos.

„The Midnight Meat Train“ wird wohl keinen Ruhm dadurch erlangen, dass er diese Vorurteile und Ängste abbaut, ganz im Gegenteil: Schon im Filmtitel deutet sich an, was im Verlauf des Films zu erwarten ist. Nachts, wenn die U-Bahn nahezu leer ist, werden die Schlachtwerkzeuge ausgepackt.

Der aufstrebende Fotograf Leon Kauffman (Bradley Cooper) fotografiert eher zufällig eine junge Frau in den Minuten vor ihrem Verschwinden. Da er für die Galerie von Susan Hoff (Brooke Shields) Fotos machen soll, die den Verfall und das Leben in der Stadt unverfälscht und in ihrer ganzen Intensität darstellen, begibt er sich immer wieder nachts auf die Straßen und in den Untergrund New Yorks. So kommt er auf die Spur eines geheimnisvollen Mannes (Vinnie Jones), der tagsüber in einem Schlachthof arbeitet und nachts immer bestimmte späte U-Bahnen nimmt. Dieser Mann scheint irgendwie mit dem Verschwinden der Frau in Zusammenhang zu stehen, und Leon macht sich auf die Suche nach weiteren Indizien. Wie besessen von diesem Thema zieht er schließlich sogar seine eher skeptische Freundin Maya (Leslie Bibb) mit in seinen – allerdings keineswegs ungerechtfertigten – Wahn hinein.

Schon in den ersten Einstellungen von „The Midnight Meat Train“ wird deutlich, dass der geheimnisvolle Metzger in der Tat wenig Gutes im Schilde führt. Trotzdem legt der Film eine ganze Reihe von falschen Fährten, so dass nie so recht klar wird, womit wir es hier eigentlich zu tun haben. Das hängt leider auch damit zusammen, dass die Erzählung keine Richtung zu haben scheint; sie mäandert von diesem Strang zu jenem und lässt dabei oft genug die Spannungszügel sehr locker. Mehr als einmal tun die Hauptpersonen Dinge, deren Motivation sich auch im Nachhinein nicht erschließen mag. Etwas mehr Reduktion oder auch nur Stringenz wäre also angezeigt gewesen.

Immer wieder kehrt der Film natürlich in die U-Bahn als Schauplatz des Schreckens zurück, und dann donnern immerzu Metrozüge knapp am Kameraobjektiv vorbei, schlagen Funken auf Gleisen und Stromabnehmern, sitzen Menschen im kalten Licht der Waggons. Manchmal hängt sich die Kamera an einen vorbeirasenden Zug, dass einem schwindlig wird – hier haben sich ein paar CGI-Leute herzlich ausgetobt. Die Einstellungen und Kamerafahrten werden allerdings schnell so stereotyp, dass man sie nicht mehr sehen mag. Aufsehen erregend ist da allenfalls noch kurz vor dem Finale eine Szene, in der die Kamera viel zu schnell horizontal um einen fahrenden U-Bahn-Wagen kreist, während sich innen zwei Männer auf Leben und Tod mit Hammer und Klingen verdreschen. Das ist spektakulär, aber viel zu hektisch, um genießbar zu sein. Gleichwohl leitet dieses unfokussierte Effektfeuerwerk passend zum ziemlich hanebüchenen Ende über.

Es ist viel Behauptung im Spiel dieses Films. Immer wieder ist von der Stadt als „Hellhole“ die Rede oder von ihrem Verfall, inszeniert wird das aber eher pittoresk, ohne echte Schärfe und ohne die ruppige Authentizität, die Susan Hoff von ihrem neuen Lieblingsfotografen einfordert. Auch Leons Besessenheit von den verschwundenen Menschen und dem geheimnisvollen Metzger erscheint nicht logisch zwingend; vielmehr überkommt sie ihm mit einem Mal, ohne dass er an seinen eigenen, rational gesehen eher seltsamen Überlegungen zweifelt. Das ist wenig überzeugend. So richtig spannend wird es in „The Midnight Meat Train“ übrigens nur einmal, aber das ist ein gutes altes Vor-dem-Mörder-Versteckspiel, bei dem die Kamera effektvoll durch die Kulissen einer kleinen Wohnung fährt. Ansonsten hätte sich Regisseur Ryuhei Kitamura besser daran erinnern sollen, dass die Vorlage seines Hollywood-Erstlings nicht umsonst eine Kurzgeschichte (von Clive Barker) ist - wobei die Betonung auf „kurz“ liegt.

>> verfasst von Rochus Wolff


User - Kurzkritik/Kommentar


Kommentar Nr. 9 - Geschrieben von px am 05.04.2010 12:25 Uhr 100 %
Kenne zwar die Kurzgeschichte nicht, fand den Film, nachdem ich ihn das vierte Mal angefangen hatte, ziemlich spannend. Wenn man sich am Anfang diverse Fragen stellt, werden diese fast alle beantwortet. Gute Unterhaltung und für mich mehr als 45 % Gesamtwertung. Deshalb 100% vo mir :)

Kommentar Nr. 8 - Geschrieben von Demut am 01.12.2009 00:11 Uhr 60 %
Die Rezension an sich ist schön formuliert und gut strukturiert, Rochus, wobei ich mich an folgendem Kritikpunkt störe: "Etwas mehr Reduktion oder auch nur Stringenz wäre also angezeigt gewesen." Das lässt doch, insbesondere in Zusammenspiel mit den vorherigen Sätzen, darauf schließen, dass Filme für dich nach einem gewissen Schema X aufgebaut sein müssen oder wenigstens einigen prinzipielle Richtlinien folgen müssen, um es mal ein wenig neutraler zu formulieren. Das tut mir Leid für dich, denn ich persönlich bin auch offen für andere, experimentelle beziehungsweise unkonventionelle Arten beim Handlungsaufbau. Nun mag man einwenden, dass dies der einzige Punkt ist, in welchem "The Midnight Meat Train" von der Norm abweicht, aber das tut meinem Einwand ja keinen Abbruch. Mir hat der Film, vom etwas merkwürdigen Ende einmal abgesehen, ganz gut gefallen. Ach und Hans, wenn dir bereits dieser Horrorfilm dermaßen den Geschmack verdirbt, was hast du dann auf BlairWitch.de verloren?

Kommentar Nr. 7 - Geschrieben von Hans am 21.07.2009 20:21 Uhr 10 %
sowas abartiges und geschmackloses habe ich noch nie in meinem Leben gesehen!!! kann nicht verstehen wie man sich so kranke Sachen ausdenken und diese dann noch verfilmen kann!

Kommentar Nr. 6 - Geschrieben von Kitten am 13.07.2009 20:26 Uhr 20 %
Ganz ehrlich, dieser Film ist an so vielen Stellen unglaubwürdig, dass es einem doch recht schnell auf die Nerven geht. Weder sind die Reaktionen der Protagonisten besonders logisch, noch gehen sie einem nahe. Leider hat die Blondine in diesem Film mal wieder nur das Klischee, der ewig heulenden, aber sonst nutzlosen Frau abbekommen. Schlimmer ist aber, dass der Film so vorhersehbar ist, dass ich die Szenen vorhersagen konnte. Er ödet einfach nur an, man hat sowas schon 100mal gesehen und man merkt-da hat sich jemand einfach nicht viel Mühe gegeben. Und ne ganze Spur zuviel der Computeranimation überlassen. Wer null Anspruch hat, viel Spaß. Wer etwas Unterhaltung, Spannung oder Thrill erwartet, bitte zu besseren Filmen greifen. Wer hier 100 gibt,sieht das erste Mal so nen Film;)

Kommentar Nr. 5 - Geschrieben von srgeo am 11.05.2009 00:25 Uhr 100 %
Da denkt man, man hätte schon viel gesehen. Das einen wenig schockieren könnte, wenn man Fan der Filme Hostel und Saw ist. Doch dann kommt Clive Barkers The Midnight Meat Train. Nach den ersten 5 Minuten hat wohl jeder Begriffen, dass dieser Film vieles ist, nur nicht vergleichbar. Die Gewalt erreicht schnell den Punkt an dem man versteht, wieso er durch die FsK-Prüfung fiel. Trotz einiger kleiner Längen ist der Film Innovativ (Wahnsinns Karea-Führung), schnell, und sehr blutig. Den Schauspielern nimmt man ihre Reaktionen ab und man leidet mit Ihnen (Ich-Perspektive bei dem Mord). Und ohne zu viel zu verraten ist das Finale wirklich sehr gut gemacht und erinnerungswürdig. Diesen Film sollte man gesehen haben!

Kommentar Nr. 4 - Geschrieben von Horrorfan am 09.05.2009 18:16 Uhr 100 %
Wirklich derber und blutiger Horrorfilm. Sehr zu empfehlen.

Kommentar Nr. 3 - Geschrieben von oldboy am 14.02.2009 19:45 Uhr 90 %
Spektakulär, blutig, schnell - dazu Vinnie Jones in Bestform: sein Schlachter ist eine Mischung aus Forrest Gump und Leatherface. Ein absolutes Must See für jeden Gore-Hound - jedenfalls in der Uncut-Fassung!

Kommentar Nr. 2 - Geschrieben von Frosti am 02.01.2009 20:31 Uhr 100 %
Die beste Clive-Barker-Verfilmung seit HELLRAISER. Genial !

Kommentar Nr. 1 - Geschrieben von Oliver am 26.08.2008 03:28 Uhr 70 %
Tja schade....man hätte aus dem Film einiges mehr machen können. Grade diejenigen die von Clive Barker die ursprüngliche Kurzgeschichte kennen, wissen das dem Zuschauer grade gegen Ende des Films wesentliche Informationen, grade was die "Altvorderen" betrifft, die unter der Stadt leben, vorenthalten werden und wesentliche Elemente einfach weggelassen wurden. Grade diese fehlenden Elemente hätten den Film "runder" gemacht und viel zum Verständnis, warum der "Schlächter" überhaupt unterwegs ist beigetragen.... Trotz allem in der Originalversion, die ich auf dem Fantasy-Filmfest sah, einige recht nette Gore-Szenen...^^

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