Inhalt
Die Sozialarbeiterin Rika Nishina wird zu einem Haus geschickt, um die dort vorherrschenden Familienverhältnisse unter die Lupe zu nehmen. Zunächst trifft sie allerdings nur auf eine alte Frau, die in einem Zimmer des Hauses vor sich hin vegetiert. Als sie Geräusche hört und das obere Stockwerk inspiziert, entdeckt sie den geheimnisvollen Jungen Toshio in einem Schrank. Fortan scheint jeder, der das Haus betreten hat, von Gespenstern gejagt zu werden...
Ju-on bildet die zweite Horrorgröße aus Asien, stand aber schon immer im Schatten der Ringu Reihe. Insgesamt bereits 6 Filme umfasst sie, was für manche bereits etwas undurchsichtig erscheint. Am 3. März 2005 ist das Remake des hier vorgestellten Filmes in den deutschen Kinos angelaufen, welcher sich schlicht The Grudge nennt. Regisseur Takeshi Shimizu hat es geschafft, eine wirklich furchteinflößende Horrorserie zu erschaffen, die sich vor der Konkurrenz keinesfalls verstecken muss.
Die Story klingt simpel, dass ist sie auch, erfüllt aber ihren Zweck. Für mache wird der Film nicht ganz einfach sein. Ju-on teilt sich in mehrere kleine Episode, die alle etwas mit dem Fluch des Hauses zutun haben. Der Film mag auch nicht immer Logisch sein, was bei den Episoden wahrlich etwas schwer fällt, kann jedoch durch sehr subtilen Horror überzeugen.
Rika Nishina, gespielt von Megumi Okina, ist die Hauptakteurin im Film, und versucht dem Mysterium des alten Hauses auf die Spur zu kommen. Nishina macht ihre Sache wirklich hervorragend und kann voll und ganz überzeugen. Überhaupt sind die gesamte Cast ziemlich überzeugend. Leider fällt es bei diesem Film - der außerdem noch in Episoden spielt - ziemlich schwer, sich die japanischen Namen der Charaktere zu merken, was das ein oder andere Mal zu einem ratlosen Gesichtsausdruck führt.
Anders als so mancher Film der Hollywood Konkurrenz, setzt Ju-on nicht auf massenhaft Blut oder abgetrennte Körperteile, sondern auf subtilen Horror. Blau angemalte Gesichter (welche in Asien die Bedeutung des Todes haben) trifft man hier zuhauf. Hier wird geschrieen, gekrochen und verdreht, also aufkeinenfall etwas für schwache Nerven. Überhaupt ist die Atmosphäre des Filmes sehr düster und trostlos, und hat mir sehr viel besser gefallen als Ringu. Meisterlich in Suspense, von makaberer Qualität wie Ästhetik, lässt einen so manche Szene schaudern. Das sich Ju-On viel beim großen Vorbild Ring borgt, ist nicht von der Hand zu weisen – weise Kleider, lange schwarze Haare, ein Fluch – ist jedoch gut umgesetzt und entwickelt seinen eigenen Stil, also durchaus zu verzeihen. Abzug gibt es praktisch nur für die etwas verworrene Story, wenn man sich jedoch ein wenig mit dem Film beschäftigt, ist auch diese Hürde bald genommen.
Ju-on ist ein Meisterwerk des asiatischen Horrorfilms. Schaurig schöner Horrorfilm, mit einer etwas undurchsichtigen Story, den sich kein Fan des Genres entgehen lassen sollte. Nerventerror Pur!