So finster die Nacht (2007)
So finster die Nacht (2007) (Let the Right One Come In  Låt den rätte komma in)
Kinostart: 23.12.2008
DVD-Start: 05.03.2009
FSK-Freigabe:  ab 16
Länge: 110 Minuten
Studio: EFTI / MFA
Regie: Tomas Alfredson
Drehbuch: John Ajvide Lindqvist
Darsteller: Karin Bergquist, Peter Carlberg, Per Ragnar
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90%
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Inhalt
Oskar ist ein Scheidungskind, das in einer schmucklosen Mietsiedlung mit seiner Mutter lebt. In der Schule wird er von drei Rowdys drangsaliert, was der Junge mit Gewaltfantasien zu kompensieren versucht. Als Eli in seine Gegend zieht, findet er eine verwandte Seele, auch wenn das blasse Mädchen immer nur nach Sonnenuntergang anzutreffen ist. Sie ist ein Vampir, doch das merkt Oskar erst viel später. Für beide geht es ums Überleben, und das eint sie: Oskar will einfach nur unbeschadet durch die Schule, Eli braucht frisches Blut, das ihr von dem älteren Håkan, den alle für ihren Vater halten, besorgt wird. Als sich die Leichen zu türmen beginnen, führt dies zwangsläufig zu Komplikationen ...

Kritik

Oskar ist einsam. Der Zwölfjährige lebt, irgendwann wohl in den 1970er Jahren, mit seiner Mutter in einer schwedischen Vorortsiedlung, in der sich ein graues Mietshaus ans andere reiht. Im Winter geht die Sonne hier schon sehr früh unter, und Oskar sitzt dann, wenn er nicht zu Besuch bei seinem dem Alkohol gern zusprechenden Vater ist, abends zwischen den Häusern auf verlassenen Spielgeräten, die wie Gerippe aus dem Schnee ragen. Wenn seine Klassenkameraden ihn den Tag über mehr als üblich drangsaliert haben, lässt er seine Wut darüber mit seinem Klappmesser an einem Baum aus.

Tomas Alfredsons „Låt Den Rätte Komma In“ nach einem erfolgreichen Roman von John Ajvide Lindqvist entzieht Oskars Welt fast vollständig aller Farben. Nur wenig spielt sich hier bei Sonnenschein oder in wirklich hellem Licht ab – und diese Szenen sind für Oskar meist die frustrierendsten, demütigendsten. Das Dunkel der Nacht bietet ihm leichter die Möglichkeit, allein zu sein - bis dann auf einmal Eli in der Wohnung nebenan einzieht, ein etwa gleich altes Mädchen, das immer nur nachts seine Wohnung verlässt; sie wird Oskar Mut machen, sich gegen seine Drangsalierer zur Wehr zu setzen.

„Ich kann nicht dein Freund sein“, ist einer der ersten Sätze, die Eli sagt, aber natürlich werden die zwei doch Freunde, und das ist das vielleicht ungewöhnlichste und zauberhafteste an diesem Film. Denn Eli ist schon „seit langer Zeit zwölf Jahre alt“; sie ist ein Vampir. Für Oskar, der naturgemäß etwas länger braucht als der durchschnittliche Kinozuschauer, um dies zu begreifen, spielt das aber eine äußerst geringe Rolle - und für uns auch. „So finster die Nacht“, wie der Film mit deutschen Verleihtitel heißt, ist nämlich vor allem eine präzise erzählte und fotografierte Coming-of-Age-Geschichte, die eher aus Versehen auch ein Vampirfilm ist. Natürlich geht es immer wieder um Elis Nahrungsbeschaffung, treiben die zwangsläufig folgenden Todesfälle auch die äußere Handlung voran. Auch stechen gerade durch die nüchterne, realistische Darstellung des Lebens in der Vorstadtsiedlung samt ihrer sozialen Probleme Elis besondere Kräfte und Fähigkeiten besonders hervor, weil sie in dieser, unserer eigenen Realitätserfahrung so nahen Welt fremd wirken müssen.

Im Zentrum des Films steht aber die Beziehung zwischen Oskar und Eli. Sie werden wie Gegensätze inszeniert - Oskar mit hellblondem, Eli mit schwarzem Haar; er als Junge, sie als Mädchen (obwohl sie selbst von sich sagt, kein Mädchen zu sein; und in der Tat ist „Geschlecht“ hier ein womöglich sehr unzureichendes Konzept); er nachgiebig und weich, sie gelegentlich entschlossen und hart. Aus diesen Gegensätzen entwickelt sich eine äußerst vorsichtig ansetzende Liebesgeschichte, in der sich die Fähigkeit, anderen zu vertrauen, und der Beginn des Erwachsenwerdens gemeinsam einstellen; die geteilte Erfahrung des Daseins als Außenseiter mag dabei behilflich sein.

Das Blutige steht, wie gesagt, hier nie im Fokus. Vor allem wird aber deutlich, wie wenig schrecklich dieser spezielle Vampir im Vergleich zu manchen Lebenden ist; wie wenig Verlass auf sie ist, wenn man wirklich Hilfe benötigt. Zugleich entwickelt der Film unser Bild vom Vampir sehr subtil weiter; Vampirismus als Lebensform eröffnet hier nicht die Möglichkeit einer angenehmen, aristokratisch-elitären Existenz, sondern ist vor allem eine einsame und gefährliche Angelegenheit; und dass Eli so melancholisch wirkt, liegt wahrscheinlich nicht nur daran. Denn wie ein kleiner Nebenstrang der Erzählung deutlich macht: Es muss Furcht erregend sein, selbst zum Vampir zu werden.

>> verfasst von Rochus Wolff


User - Kurzkritik/Kommentar


Kommentar Nr. 10 - Geschrieben von Asche am 26.08.2009 15:23 Uhr 20 %
Ich bin nun doch dermaßen verblüfft über die durchweg doch mehr als nur guten Kritiken, die dieser Streifen hier abstaubt, dass ichs mir nicht verkneifen kann meinen Senf dazu zu schreiben. Hab mir das Filmchen vor kurzen mit einer Freundin angesehen und ich kann mit ruhigen Gewissen behaupten, dass wir beide wirklich "Horrorfans" sind. Was der Zuschauer hier auf die Augen bekommt grenzt in den meinen jedoch nahezu an eine Unverschämtheit. Die Geschichte ist - zugegeben - nicht die Schlechteste, der Grundgedanke sogar als wirklich gut zu beschreiben - aber die Umstzung ist miserabel und mehr als nur einmal unfreiwillig komisch. Die Handlung holpert, ist mehr als lückenhaft und darüber hinaus mit einigen wirklich sinnlosen Szenen garniert. Warum ich sowas schreibe? Ok, für die, die ihn gesehen haben: Spoiler: Z.B.: Sinnlose Szene: Blende/ Oskar putz sich mit seiner Mutter die Zähne... dabei latschen beide sinnlos grinsend durch die eigene Wohnung/ Blende Hä??? Was war das denn? Und... mal ehrlich: Hat jemand in den letzten Jahren ein Rudel dermaßen schlecht animierter Computerkätchen gesehen? Warum verätzt die Type sich eigentlich das Gesicht? War ihm langweilig? Wer ist der Kerl überhaupt??? Und wie bescheuert muss man sein um sein Opfer in nem Umkleideraum aufzuhängen? Als dann das Licht ausgeht und der Kerl nur n leises "verdammt" rausbringt lag ich lachend am Boden. Das nur mal um einige Beispiele zu nennen. Ich bin niemand der die Blutfahne hochhält. Ich habs sehr gerne subtil, oder auch mit Tiefgang. Aber dieses Werk war die Ausleihgebühr in meinen Augen nicht wert.

Kommentar Nr. 9 - Geschrieben von FREE am 07.01.2009 19:41 Uhr 30 %
Kann mich leider nicht anschließen.Der Film ist weder gruselig noch spannend.Einfach nur eine langweilig gespielte Liebesgeschichte mit einen Vampirmädchen und einen 12 Jährigen Außenseiter.Am Ende vom Film wusste ich nicht mal was ich gerade gesehen hab.War es Horror,Kinderfilm,Drama oder doch ein Zuckersüßer Liebesfilm.Und diesogenannte "Splatterszene" am Ende war auch nicht der Bringer.Bin zwar erst 14 aber solche Szene gibts in jedem 2ten Film.Die 30 % gibts noch für die Atmosphäre die sehr schön im Schnee gezeigt wurde.Sonst leider nicht mein Fall.

Kommentar Nr. 8 - Geschrieben von Michael am 31.12.2008 21:15 Uhr 100 %
Wahnsinnig schön und verstörrend.

Kommentar Nr. 7 - Geschrieben von mokilok am 30.12.2008 13:44 Uhr 100 %
Bin extra 100 km gefahren um den Film zu sehen, da unsere Kinos es nicht für nötig halten solche Filme zu präsentieren, und ich muss sagen, die 100 km haben sich gelohnt. Einen so schönen Film sieht man selten, die Kameraeinstellungen, die Wahnsinnsbilder, diese Verliebtheit zum Dunkel und zum Melancholischem machen aus diesem Film etwas ganz Besonderes. Das tolle war auch das ich vor ein paar Monaten selbst zu Besuch in so einen Stockholmer Vorort-Plattenbau war, und es schon eine Art von Trostlosigkeit ausstrahlt, also wirklich sehr schöner, hat sich gelohnt.

Kommentar Nr. 6 - Geschrieben von dave am 22.12.2008 22:45 Uhr 100 %
Als ich den Film sah erwartete ich eine Gewaltorgie die vor Brutalität nur so strotzte. Was ich aber tatsächlich sah war sehr viel besser, die wachsende Beziehung der beiden Hauptdarsteller empfand ich als sehr rührend und mit eli perfekt gespielt. Die im Film gezeigte kaltblütige Gewalt erlosch dagegen fast vollständig. Wer auf hirnlose Splatter-Spektakel oder die üblichen Vampirfilme steht ist hier fehl am Platz.

Kommentar Nr. 5 - Geschrieben von Tom am 13.12.2008 11:53 Uhr 100 %
Ich würde mich als Splatterfan bezeichnen der allerdings auch gerne mal sich schöne Geschichten einverleibt. Dieser Film hat sich für mich absolut gelohnt vor allem wegen dieser Inhaltlichen tiefe. Wer nur auf Splatter steht brauch sich diesen Film nicht anzuschauen.Alle anderen sollten sich das nicht entgehen lassen.

Kommentar Nr. 4 - Geschrieben von Silver am 28.11.2008 10:30 Uhr 100 %
Bin ebenfalls sehr positiv überrascht von dem Film. Die Schauspieler finde ich persönlich sehr überzeugend. Besonders das Mädchen ist die perfekte Besetzung für die Rolle. Ihre leicht rauchige Stimme passt sehr gut zu dem Dilemma ihres verdammten Daseins. Die Geschichte wird teilweise sehr langsam, ruhig und vor allem einfühlsam erzählt, was ich jedoch durchweg als positiv empfand. Der Film hebt sich daher sichtlich von seinen Genrekollegen aus Hollywood ab. Für mich definitiv eine der besten Vampirverfilmungen, die ich je gesehen habe.

Kommentar Nr. 3 - Geschrieben von Rolf Krämer am 07.11.2008 12:17 Uhr 100 %
Ein aussergewöhnlicher Film, inhaltlich wie formal. Selten war ich so positiv von einem Film üebrrascht und selten sind mir ide Sorgen und Nöte eiens Vampirs so deutlich geworden. Gerade imKontrast zu einem Jungen Menschen. Wie soll das auch funktionieren: Menschen aussaugenim 20. Jahrhundert - ohne aufzufallen? Eli ist wunderbar besetzt, die Maske ist großartig ohne effekthascherisch zu sein. Klasse auch, dass die Gewalttätigkeit des Vampierens nicht kaschiert wird. Sehr gute Bilder, sehr gutes Storytelling, sehr gute Caharktere und Darsteller. Unbeingt empfehlenswert.

Kommentar Nr. 2 - Geschrieben von viv am 10.10.2008 16:17 Uhr 20 %
Hab den Film auf dem Fantsay-Filmfest gesehen und war über die Maßen enttäuscht. Mit einer solch langweiligen Verfilmung hatte ich nicht gerechnet, da ich das Buch sehr gut fand. Der Film ist steif, unterdramatisiert, die Darsteller größtenteils nicht überzeugend und persönlich fand ich die beiden Kinder zu oft unbekleidet gefilmt, was ein eher unangenehmes Gefühl hinterlässt. Der eine Lacher zum Ende hin rettet dann auch nicht mehr viel.

Kommentar Nr. 1 - Geschrieben von lexx am 20.09.2008 02:56 Uhr 90 %
Sehr schöner Film, sehr eigenwillig, mit einer tollen Atmosphäre. Ein besonderes Filmerlebnis, für besondere Menschen.

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