Horde, The (2009)
Horde, The (2009) (La Horde)
Kinostart: unbekannt
DVD-Start: 01.06.2010
FSK-Freigabe:  ab 18
Länge: 91 Minuten
Studio: Empreinte Digitale / Kinowelt Filmverleih
Regie: Benjamin Rocher, Yannick Dahan
Drehbuch: Yannick Dahan, Arnaud Bordas
Darsteller:
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75%
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Inhalt
Im hohen Norden von Paris: Weil einer der Ihren von einer Gruppe unbarmherziger Gangster hinterrücks getötet wird, suchen vier zwielichtige Beamte das vermeintliche Versteck der Gesetzlosen auf, um einen nach dem anderen zu ermorden. In dem Gebäude plötzlich eingschlossen, sehen sich die Polizisten mit dem nahenden Tod konfroniert, als das Unmögliche geschieht: Horden blutrünstiger, kannibalistischer Geschöpfe dringen in das Gebäude ein und greifen alles an, was sich bewegt. Unerwartete Bündnisse werden geschmiedet, als ihr Leben durch das Undenkbare bedroht wird.

Kritik

Am Anfang liegt da eine Leiche auf Kies, gefesselt, fast nackt, und ein Cop steht daneben, der den leblosen Körper betrachtet. Was genau vorgefallen ist, werden wir nie erfahren, aber es ist auch gar nicht so wichtig: Eine Gang hat ihren Kollegen umgebracht, und so wird sich die Truppe um Jimenez (Aurélien Recoing) nicht lange mit Formalia und Gesetzestexten aufhalten. Sie wollen Vergeltung. Also machen sie sich in der Nacht zu fünft in das fast leerstehende Hochhaus auf, in dem die Gang sich eingenistet hat. Nur ein paar Vergessene wohnen noch da, vermutlich weil die Mieten billig sind oder sie einfach vergessen wurden. Nur ein paar Stockwerke hoch und dann den Unterschlupf ausräuchern, so stellen sich die rachsüchtigen Polizisten das vor, und dieser Plan geht natürlich grandios schief: So ist dann schon alles voll Blut, als die ersten Zombies überhaupt die Szene betreten.

La Horde hebt in seinem Anfang wie ein filmisches Hybrid an: wird vom schmutzigen Polizeifilm zu einem Streifen aus der ehemaligen Schmuddelecke des Genre-Kinos. Ohne dass je eine Erklärung gegeben würde, stehen plötzlich die Toten wieder auf. Von außen rennen Zombies in Massen gegen das Hochhaus an, innen ist es aber auch nicht viel schöner, wenn man gerade erst ein Blutbad mit vielen Toten angerichtet hat. „On est venu pour un carnage“, wir sind für ein Schlachtfest gekommen, kündigt einer der Polizisten eingangs an. Man sollte vorsichtig mit seinen Wünschen umgehen. Yannick Dahan und Benjamin Rocher, die das Drehbuch von La Horde mit verfasst und den Film inszeniert haben, schaffen dann ein natürlich grundsätzlich sehr vertrautes Szenario: Eingeschlossen von den lebenden Toten müssen sich zwei Menschengruppen, die einander spinnefeind sind, auf engem Raum zusammenreißen - und nach einem Ausweg suchen.

So weit, so genretypisch. Was über die übliche Kost aber hinausgeht, ist der Umstand, dass die zwischen den Menschen im Hochhaus ablaufenden Konflikte sich konsequent und logisch weiterentwickeln, die Machtbeziehungen sich kontinuierlich verschieben und auf ein nicht eben vorhersehbares Ende zusteuern. Das schafft sonst im Zombiegenre fast nur George A. Romero mit ähnlicher Konsequenz, bei dem es dafür – was in engem Zusammenhang mit den politischen Untertönen seiner Filme steht – meist eine relativ klare Aufteilung der Charaktere in gute Protagonisten und verachtenswerte Antagonisten gibt.

La Horde macht es sich mit den Guten und den Bösen nicht so einfach. Die Polizisten sind kein bisschen weniger mordlustig als die Gangster, und ehrenhaftere Motive treiben auch sie nicht. Und bis zum Ende verweigern sich Dahan und Rocher einer Nivellierung der Differenzen und Unterschiede, die sie vorher ins Spiel gebracht haben; auch im Angesicht der Apokalypse werden die bestehenden Konflikte nicht bedeutungslos. Die Zombies sind in diesem Film keine Bedeutungsträger für politische Botschaften; wenn überhaupt etwas, sind sie die logische Fortsetzung der in den Menschen schon vorhandenen Brutalität und Menschenfeindlichkeit: Dass der Mensch des Menschen Wolf ist.

Aber dafür scheint sich La Horde nicht wirklich zu interessieren. Viel größeres Augenmerk lenkt der Film auf seine Inszenierung. Denn natürlich sind hier im Setting auch die ganzen Standards zu finden: von Taschenlampen nur schlecht ausgeleuchtete Gänge zum Beispiel, an deren Betonwänden sich die Schmierspuren blutiger Hände abzeichnen. Die Figuren stehen fast immer dicht beieinander gedrängt, sind gar nicht so viel in Bewegung, und oft hat man den Eindruck, es hier mit einem Kammerspiel zu tun zu haben. Enge räumliche und zeitliche Begrenzung, das ist das Prinzip, mit dem La Horde Druck und Spannung erzeugt. Die Handlung wird nahezu in Echtzeit erzählt, und so wie der Anfang den Polizeifilm aufruft, setzt der weitere Film die Entwicklung und Hybridisierung in den Actionfilm hin konsequent fort. Er folgt damit im Grunde dem Beispiel der Resident Evil-Verfilmungen, aber La Horde geht einen entscheidenden Schritt wieder zurück.

Denn während das Adaptionsprinzip von Resident Evil auf der Auslöschung aller transgressiven Gewalt, die dem Zombiefilm eigen ist, beruhte und so versuchte, den Zombie ohne den (für ihn konstitutiven) Körperhorror zu denken, führt La Horde die aufgerissenen Körper zumindest teilweise wieder ein und ergänzt das mit der vollen Härte des gegenwärtigen Actionkinos. Hier wehren sich die Protagonisten in ewig langen Sequenzen mit Händen und Füßen, ohne Schuß- oder Klingenwaffen, nur mit harten, gezielten Schlägen und Fußtritten, gegen die Untoten. Und es ist genau dieser Punkt, in dieser nur oberflächlich durch die Monstrosität der Opfer gerechtfertigten Gewalt, an dem durch die Hintertür der Zombie dann doch wieder ein politische Position besetzt: Weil er zum Vorschein bringt, was wir uns antun können, ob tot oder lebendig.

>> verfasst von Rochus Wolff


User - Kurzkritik/Kommentar


Kommentar Nr. 5 - Geschrieben von Smacki am 24.07.2010 21:45 Uhr 20 %
Die Dialoge waren mir zu platt. Besonders der alte Rene mit seiner Axt war unerträglich. Auch bei einigen Szenen (der Cop als "American Footballspieler" in der Tiefgarage) konnte ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen. Ich hoffe, Rammbock wird nicht so ein peinliches Stück Film.

Kommentar Nr. 4 - Geschrieben von HorrorFreak 0310 am 22.07.2010 17:06 Uhr 80 %
Wenn man mal so guckt werden in letzter Zeit nur scheiss Zombiefilme gedreht mit ausnahmen aber Horde hat mich ehrlich gesagt überracht . Die Geschicht war recht gut und die Effekte Hervorragend im ganzen ein solider und gut gemachter Zombifilm. Zum mal so gucken wenn man langeweile hat sehr gut geeignet.

Kommentar Nr. 3 - Geschrieben von flo am 21.07.2010 14:03 Uhr 70 %
Einer der besseren Zombie-Filme der letzten Zeit, muss man schon zugeben! Wenn ich den FIlm mit zB. "Survival of the Dead" vergleiche, finde ich ihn sogar um Welten besser. Wer auf Zombie-Horror steht, sollte dem Film definitiv mal einen Abend widmen :)

Kommentar Nr. 2 - Geschrieben von Mike Berlin am 04.06.2010 09:27 Uhr 70 %
Schlechter als erhofft, besser als gedacht. In den letzten Jahren haben uns die Franzosen gezeigt, daß Filme aus EUROPA in jedem Genre international auftrumpfen können. Die Horde ist spannend, knallhart (leider zensiert) und unterhaltsam. Die Zombies tendieren in Richtung 28 DAYS LATER: sauschnell unterwegs. Das sogt für Thrill. Zombiefans sollten den Streifen nicht versäumen.

Kommentar Nr. 1 - Geschrieben von megatron am 24.05.2010 18:03 Uhr 70 %
Die Franzosen machen nach wie vor nen guten Job was harte Thriller- und Horrorkost angeht. „La Horde“ ist ein straighter, harter Zombiekracher bei dem keine Gefangenen gemacht werden. Hier ist Zombies killen noch HANDARBEIT vom Feinsten ; ) Der Film gefällt durch die geradlinige Story die keiner großartigen Erklärung bedarf. Der Bloodsheed-Faktor is von Anfang an hoch. Die Schauspieler, allesamt rohe authentische Charaktere, machen ihre Job gut. Das ganze wurde düster und durchweg spannend in Szene gesetzt. Der Bewertung von 75% kann ich mich nur anschließen. Respekt u. Daumen hoch. Weiter so!

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